(bewusst) schlechte Kommunikation?

(bewusst) schlechte Kommunikation?

Papabär 23.04.2026 21:09
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Hallo zusammen!


Ich bin Vater von zwei Kindern und lebe seit vielen Jahren getrennt von der Mutter. Wir haben eine bestehende Umgangsregelung in Form des Wechselmodells, die ich grundsätzlich einhalte und auch für sehr wichtig halte, insbesondere im Hinblick auf Stabilität und Verlässlichkeit für die Kinder.


Was die Situation für mich aktuell besonders belastend macht: Es gab im Haushalt der Mutter Vorfälle, die von meiner Tochter als Übergriffe (Ohrfeigen unter anderem) geschildert wurden. Ich habe diese Themen angesprochen, jedoch aus meiner Sicht keine adäquate oder beruhigende Reaktion erhalten. Aufgrund meiner Sorgen habe ich mich unter anderem auch an das Jugendamt gewandt, dort wurde die Situation jedoch nicht als kritisch eingeordnet.


Seit diesem Zeitpunkt nehme ich eine deutliche Veränderung bei den Kindern wahr. Sie sind mir gegenüber teilweise verschlossener und in bestimmten Situationen auch ablehnender. Gleichzeitig habe ich den Eindruck, dass die Mutter vermehrt versucht, mir Fehler nachzuweisen oder mein Verhalten in Frage zu stellen. Auch im schulischen Kontext wurden meiner Tochter durch pädagogische Fachkräfte Fragen gestellt, ob sie sich bei mir wohlfühlt, was mich zusätzlich verunsichert hat. Eine Aufklärung meiner Person hinsichtlich der gestellten Frage unterblieb leider.


Zusätzlich kam es zu einer Situation, in der ein von mir ausgesprochenes Hausverbot bewusst ignoriert wurde. Nach meinem Hinweis darauf wurde den Kindern gegenüber geäußert, ich würde nun die Polizei bzw. sogar ein Spezialeinsatzkommando rufen. Diese Darstellung hat die Situation für die Kinder aus meiner Sicht unnötig emotional aufgeladen und weiter verunsichert, als auch von mir distanziert.


Wir haben in der Vergangenheit bereits verschiedene Dinge unternommen, um die Situation zu verbessern: Mediation, den Kurs „Kinder im Blick“ sowie Gespräche bei Beratungsstellen oder ein Pendelmappe. Innerhalb dieser Termine wirkt die Zusammenarbeit oft konstruktiv, außerhalb habe ich jedoch das Gefühl, dass sich das Verhalten wieder stark verändert – fast so, als säße dort eine andere Person.


Seit einiger Zeit erlebe ich die Kommunikation mit der Mutter als zunehmend schwierig und belastend. Es kommt immer wieder vor, dass während meiner Umgangszeit Anfragen gestellt werden, die zu einer Verkürzung meiner Zeit mit den Kindern führen würden. Diese lehne ich teilweise ab, weil ich der Überzeugung bin, dass gerade bei bestehenden Spannungen klare Strukturen und feste Zeiten für die Kinder wichtig sind.

Gleichzeitig wird mir dann vorgeworfen, ich würde nicht auf die Bedürfnisse unserer Tochter eingehen. Auffällig ist dabei für mich, dass Wünsche häufig über das Kind an mich herangetragen werden. Ich habe den Eindruck, dass sie dadurch in einen Loyalitätskonflikt gerät, den ich eigentlich vermeiden möchte.


Ein Beispiel: Ich organisiere Dinge (z. B. Freizeitaktivitäten wie Sport), informiere die Mutter transparent darüber, bekomme aber zunächst keine Rückmeldung. Wochen später wird dann gegenüber dem Kind geäußert, ich hätte sie nicht einbezogen oder übergangen und deswegen könne das Kind es in der mütterlichen Woche nicht ausüben. Das führt dazu, dass das Kind mir gegenüber anders reagiert und ich mich erklären muss, obwohl ich den Eindruck habe, meiner Informationspflicht nachgekommen zu sein.


In anderen Situationen wird bei Konflikten zwischen mir und dem Kind die Mutter eingeschaltet, woraufhin ich im Wortlaut aggressive und herablassende Nachrichten erhalte, die auch meine Erziehungsentscheidungen in Frage stellen. Der Kontext zu der Situation ist ihr unbekannt, möchte sie auch nicht erfahren. Das empfinde ich als übergriffig, versuche aber bewusst, nicht eskalierend darauf zu reagieren.


Was mich zusätzlich belastet: Wichtige Informationen (z. B. gesundheitliche Themen oder organisatorische Dinge) erhalte ich fast ausschließlich nicht direkt, sondern über die Kinder. Gleichzeitig entsteht nach außen das Bild, ich würde nicht ausreichend kommunizieren oder mich nicht kümmern.


Ich bemühe mich sehr, ruhig, sachlich und kindorientiert zu bleiben, Konflikte nicht über die Kinder auszutragen und ihnen stabile Strukturen zu geben. Gleichzeitig habe ich zunehmend das Gefühl, dass meine Haltung nach außen nicht richtig wahrgenommen wird und ich in eine Rolle gedrängt werde, die meiner tatsächlichen Beteiligung nicht entspricht.


Mich würde interessieren:

  • Wie geht ihr mit Situationen um, in denen Kommunikation über die Kinder läuft?
  • Wie schafft ihr es, klare Grenzen zu setzen, ohne dass es euch negativ ausgelegt wird?
  • Hat jemand Erfahrungen mit Kommunikations-Apps wie „getrennt gemeinsam“ und wie man den anderen Elternteil dazu bewegt, diese zu nutzen?
  • Und ganz allgemein: Wie bleibt ihr in solchen Konstellationen ruhig und handlungsfähig, ohne dass es euch innerlich zerreißt?


Ich bin für jeden Austausch dankbar.